Alles endet, aber nie die Musik – Casper in der Westfalenhalle

Casper in der Westfalenhalle
Casper in der Westfalenhalle

Es ist Samstagabend, 20.40 Uhr. Das Licht in der ausverkauften Westfalenhalle geht aus. Das überwiegend weibliche Publikum kreischt, als Casper die Bühne betritt. Zuvor liefert die Supportband “Portugal. The Man” eine ordentliche Show ab. Es ist das letzte gemeinsame Konzert von Casper und der Vorband. Und wie das üblich ist, zu einem solchen Anlass, gibt es kleine, ungeplante Einlagen. Beim Auftritt von “Portugal. The Man”, deren Shirt Casper übrigens auch später bei seinem Auftritt trägt, rennen Casper und seine Jungs mit einer Kiste voller alkoholischer Kaltgetränke auf die Bühne und machen erstmal gemeinsam Party.

Später dann ist es das gleiche Spielchen – nur umgekehrt und in abgewandelter Form. Denn dann schlürfen Casper und seine Jungs Whisky von einer schräg gehaltenen Tischplatte. Und was passiert dazwischen? Casper liefert eine Show ab, die nicht nur von der ersten Minute an absolut packt, sondern eine, bei der die Begeisterung und die echte Faszination über die ausverkaufte Halle immer wieder ins Publikum überschwappen. Seine neuen Songs, sicher nicht mehr ganz so rappig wie die alten, werden Zeile für Zeile und Wort für Wort von seinen absolut textsicheren Fans mitgesungen – ebenso wie die alten.

Ein Konzert, das verzaubert
Ein Konzert, das verzaubert

Bei ruhigeren Stücken erstrahlt das Hallenrund voller Handylichter. Klar, waren Wunderkerzen früher irgendwie anders, aber Romantik 2.0 geht halt anders. Bereitwillig springen alle gemeinsam mit dem Mann auf der Bühne im Gleichklang, der eine Kondition an den Tag legt, die wahrlich beneidenswert ist. Immer wieder strahlt er über das ganze Gesicht, als könne er zwischendurch nicht ganz fassen, was hier passiert. Und schließlich ist es auch für ihn kein gewöhnlicher Abend, denn seine Mutter ist in der Halle. Da muss alles stimmen. Und das tut es. Sein Feuerwerk an Songs trifft den Nerv aller. Seine Texte berühren und sind nicht bloß oberflächliches Zeug. Er singt davon, dass all seine Helden auf Drogen oder tot und voller Lügen sind, der Sinn des Lebens Leben ist und am Ende alles gut wird, weil, wenn es nicht gut ist, es verdammt nochmal nicht das Ende ist – NEIN!

Leider geht auch dieser Abend zu Ende, mit einem Cover des Oasis-Songs “Don’s Look Back in Anger”, denn schließlich endet alles, nur die die Musik.

Danke, Casper, für dieses bezaubernde Konzert.

 

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