#RW14 – 4 TAGE FEINSTER ROCK ‘N‘ ROLL!

Rock Werchter 2014
Rock Werchter 2014

Es ist schon wieder Juli! Das heißt, Zeit für „Rock Werchter“, eines der größten Festivals in Belgien. Ähnlich wie Wacken, wird das kleine belgische Dorf für vier Tage zum Mekka der guten Musik und bleibt dabei ganz entspannt. Auch in diesem Jahr waren die Tickets im Handumdrehen komplett ausverkauft. Über 80.000 Musikfans sind gekommen, um eine grandiose Zeit zu erleben.

Schon am Donnerstag geht es los mit einem fetten Line Up. Placebos Brian Molko dürfte es zwar nicht wirklich gefallen haben, kein Headliner an diesem Tag zu sein, aber er liefert nach vielen schrägen Ereignissen und Konzerten in den letzten Jahren endlich wieder eine richtig gute Show ab. Melancholisch-düstere Texte, gepaart mit schrammeligem Gitarrensound und der charismatischen Stimme zeigen Wirkung. 80.000 Menschen sind begeistert und hängen an den Lippen des exzentrischen Frontmans, als er seine großen Hits in die Massen singt. Hauptact sind an diesem Tag Metallica. Fette Show, laute Musik, feiernde Leute! James Hetfield gibt alles, immerhin tritt er nicht im Bärenfell auf 😉

Der Freitag ist, zumindest aus Sicht der aus Deutschland angereisten Musikfans, zweigeteilt. Denn heute findet auch das Viertelfinale zwischen Deutschland und Frankreich statt. Das wird auf einem Nebenschauplatz auf großer Leinwand übertragen. Also heißt es, zwischen einem tollen Konzert von „The Naked and Famous“ mal eben Daumen drücken für Jogi und seine Jungs. Hilft. 1:0. Halbfinale. Zwischendurch bleibt kaum Zeit für die beeindruckenden Installationen des belgischen Konzeptkünstlers Arne Quinze, der aus Containern wahre Kunstwerke zaubert. In dieser Area legen nicht nur DJs auf, deren Pulte in die Container integriert sind, sondern dort wartet unter anderem auch ein darauf, die Frisuren der Festivalbesucher wieder herzurichten. Aber zurück zur Musik. Zum fantastischen Abschluss gibt’s heute die Arctic Monkeys. Alex Turner in Bestform. Wetten, dass er nicht nur auf dem Dancefloor, sondern auch auf der Bühne überzeugt?!

Where is my mind?

Am Samstag warten nur echte Highlights auf offene Musikfan-Ohren. Und das am Fließband. Gar nicht so einfach, immer zwischen Hauptbühne, The Barn und Club C hin und her zu eilen, um nichts zu verpassen oder zumindest von allem etwas mitzubekommen. Die Jungs von Biffy Clyro heizen – natürlich mit freiem Oberkörper – auf der Main Stage ein. Genial! Triggerfinger, Imagine Dragons und viele andere folgen. Sehr gespannt bin ich auf die Pixies und werde nicht enttäuscht. Frank Black bringt das Zelt zum Beben und Feiern. Where is my mind? Ach ja, jetzt schnell rüber zum Hauptact – Pearl Jam. Drei Stunden Grunge mit Eddie Vedder. Das rockt!

Sonntag! Wird Pete Doherty da sein? Ja, ist er. Zumindest so halb. Denn der Rest von ihm dürfte in irgendwelchen anderen Sphären schweben. Ich mag die Musik, aber wenn die Kamera nah drangeht und nicht nur in Großaufnahme auf die Fingernägel schwenkt, die aussehen, als hätte er vorher ein bisschen im Garten gegraben, sondern auch auf die raushängende Unterhose, dann wird es schon komisch. Was er erzählt, wirkt wirr. Zwischendurch hängt er sich zum Singen über den Lautsprecher, räkelt sich auf der Bühne und wirkt komplett zugedröhnt. Erstaunlich, dass er dabei trotzdem noch gut klingt. Fremdschämen kommt auf, als er nach der Show nicht von der Bühne will, sondern immer weiterspielen möchte, sich die Gitarre nicht abnehmen lässt, wild irgendwelche Leute umarmt, ein Rollbrett als Skateboard nutzt und dabei fast von den Brettern segelt. Arme, musikalisch geniale Seele.

Followills in Bestform

Etwas weniger skandalös, aber schön geht es dann bei Angus and Julia Stone und Metronomy zu. Tolle Musik, klasse Atmosphäre. Dann bricht ein fieses Gewitter los. Menschen verkriechen sich unter Planen – die übrigens dann auch im Kollektiv zum Bierstand und wieder zurück wandern – und suchen überall Unterschlupf, wo es irgendwie möglich ist. Eine halbe Stunde lang scheint die Welt unterzugehen. Genau zu dieser Zeit müssen Bastille raus auf die Bühne. Dan Smith und seine Jungs zünden ein Hitfeuerwerk aus „Pompeii“, „Laura Palma“ und „Bad Blood“ und animieren die Rock Werchter Gemeinde zu einem riesigen Regentanz. Als Franz Ferdinand ein wenig später die Bühne rocken, ist der Regen schon wieder vergessen. Ein weiteres Konzert zum Genießen. Toll! Und dann ist Rock Werchter 2014 auch schon fast wieder zu Ende. Die Kings of Leon sind in diesem Jahr nicht nur etwas gesprächiger als 2013, sondern bringen auch das ganze Festivalgelände dazu, zu klatschen, zu tanzen und zu feiern. Danke, ihr Followills für sooo schöne Songs und eine Show mit tollen Videosequenzen und purem, grandiosem Rock ‘n‘ Roll, die mit einem Feuerwerk in weißem Licht zu Ende geht. Vorbei. Das war Rock Werchter 2014. Fast. Denn auf dem Weg zum Auto bekommen wir noch die ersten Klänge von Stromae mit, der als Belgier das Abschlusskonzert spielen darf. Alles klar, Alors on danse nochmal ein bisschen…

 

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