#bootblogger auf digitaler Detox-Tour!

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… und wenn du kein Netz hast, hast du kein Netz! Mein Fazit nach einer Woche Bootbloggen in der Uckermark. Mit jeder Menge Arbeit im Gepäck war ich aufgebrochen, um sieben Tage lang mit zwei Social-Media-begeisterten Frauen auf einem großen Hausboot der Verleihfirma Reviercharter.de zu verbringen, Spaß zu haben und produktiv zu sein. Wir alle starteten ohne Boots- und Überallarbeiter-Kenntnisse in dieses Abenteuer. 

Auf die Reise geschickt von der Krefelder Firma HKN und Revier Charter sollten wir unterschiedliche Mail- und Cloudlösungen testen. Mir fiel Hornet-Drive zu. Ein Angebot, das sich dadurch auszeichnet, dass die Daten nicht nur auf deutschen Servern liegen, sondern auch verschlüsselt sind. Die an vielen Stellen intuitiv bedienbare Software funktioniert bestens. Dateien lassen sich mühelos ablegen, neue Ordner, die hier „Drives“ heißen, erstellen. Neue Nutzer fügt man mit ein paar Klicks hinzu. Eine super Sache, wenn schnell un_1070488d sicher Daten hin- und hergetauscht werden müssen. Genau wie das Mailsystem von HKN, das ebenfalls durch Verschlüsselung und viele weitere Features überzeugt. Dumm nur, dass es in den meisten Häfen, die wir passierten, kaum Netz gibt. Von WLAN ganz zu schweigen. Zwar stachen wir bestens ausgestattet mit einem Internetstick und einem mobilen WiFi-Router in See, aber ohne Netz läuft auch damit nichts. Für meine Aufgabe hatte das zur Folge, dass die Dateien zwar sicher im System und auf den Servern landeten, damit also nicht verlorengingen, aber ich diese mit niemandem austauschen konnte. Größere Video-Dateien brauchten aufgrund des quasi nicht vorhandenen Netzes gleich mehrere Tage, bis sie ihr Ziel erreichten. Stückchenweise, immer wieder ein bisschen mehr geladen, wenn gerade überaschenderweise doch ein wenig mehr Kapazität vorhanden war.

#bootblogger-Not macht erfinderisch

Dumm gelaufen. Denn das Testen von Hornetdrive war nicht mein einziges ToDo in dieser Woche. Ich musste einen Vortrag zum Thema „Kulturpromotion 3.0“ für die Veranstaltung Besser Online des DJV erstellen, verschiedene Termine koordinieren und Beiträge fertigstellen. Das kostet Nerven. Erstmal. Nach zwei, drei Tagen dann stellt es sich ganz langsam ein, dieses „es geht nicht und damit müssen wir uns irgendwie abfinden“-Gefühl ein. Digitale Detox-Woche, unfreiwillig, zwangsverordnet. Von kleineren verzweifelten Ausbrüchen abgesehen, blieb mir nichts übrig, als mit der Situation zurechtzukommen. Und allen anderen auch, denn schließlich saßen wir ja im wahrsten Sinne des Wortes alle in eine Boot…

Die Konsequenz waren längere Gespräche, in Word getippte Vorentwürfe und mehr Zeit zum Genießen der wunderschönen Landschaft. Stellt sich die Frage, ob dies nicht sogar eine Marktlücke sein könnte für gestresste Menschen. Denn ich bin nach sieben Tagen an Bord extrem entspannt. Nicht etwa, weil es langweilig war. Das Steuern eines Bootes erfordert durchaus Koordination, logisches Denken und Geduld. Ohne Teamwork geht beim Anlegen und in der Schleuse nichts. Zum Glück gibt es fast überall hilfsbereite Menschen, die mal eben die Seile entgegennehmen und festzurren.

Nicht zu vergessen Isabelle Ventelou und Marcel Schulz, das perfekte Revier-Charter-Basisteam. Sie halten die bestens ausgestatteten Schiffe seit einigen Jahren in Schuss. Der Komfort an Bord ist übrigens bestens. Wir haben drei Kabinen mit je einem eigenen Bad, einen großen Lounge-Bereich mit Ecksitzbank, Fernseher, Radio und eine kleine Küche mit Gasherd und Backofen. Der Hit ist natürlich der in den Tisch integrierte Grill, um den wir das ein oder andere Mal von unseren Bootsnachbarn beneidet werden. Isabelle und Marcel erzählten uns nicht nur von den verschiedensten Fauxpas der Reisenden, bis wir Tränen lachten, sondern waren auch immer für uns da. Egal, ob es eine fehlende Gasflasche, die telefonische Anleitung zu Austausch von Sicherungen oder andere Fragen waren. Die beiden wussten immer Rat und halfen uns ohne auch nur ein einziges Mal aus der Ruhe zu kommen. Bewundernswert. Sogar einen 2-stündigen Ausritt am Araberreiterhof Fürstenberg konnte ich Dank Isabelles Organisation machen. Direkt vom Boot aufs Pferd und wieder zurück. Besser geht eigentlich gar nicht!

Kabel? Ach ja, da war ja noch was…

_1070135Natürlich lief auch bei uns nicht alles glatt. Wir genossen herrliche Sonnenstunden an Deck, konnten uns von im Sonnenlicht glitzernden Wasseroberflächen kaum sattsehen und machten die Bekanntschaft mit unterschiedlichsten Tieren. Ich wagte mich sogar für ein paar Minuten in den Großen Rheinsberger See. Und dann war da noch der Schleusenwart in Strasen, der uns fragte, warum denn da so ein Kabel aus unserem Schiff hänge. Ja, natürlich hatten wir mit Isabelle darüber gesprochen und gelacht, dass manche Leute vergessen, ihr Boot vom Strom abzuziehen, wenn sie losfahren. Immerhin haben WIR den Stromkasten nicht mitgerissen, mussten nur mal eben das Verlängerungsstück mit dem Rad nachholen… Am letzten Tag wollten wir dann eigentlich nur noch in Ruhe frühstücken, das Boot auf Vordermann bringen und abreisen. Manchmal aber kommt es anders als man denkt, und man muss noch eine kleine Extrarunde drehen. Ich hülle mich an dieser Stelle in Schweigen. Alle anderen Beteiligten hoffentlich auch 🙂

Vielen Dank an Revier Charter und Marco Nöchel von HKN, dass ihr dieses unvergessliche Erlebnis möglich gemacht habt, und an meine Mit-#bootblogger Christina Quast und Daniela Sprung für die nette Begleitung.

2 Gedanken zu „#bootblogger auf digitaler Detox-Tour!

  1. Das klingt wirklich toll und ich bin gerade ziemlich neidisch. 😉 Einer meiner tollsten Urlaube war vor vielen, vielen Jahren mit meinen Eltern und zwei Bekannten auf einem Boot den Shannon hinunter und wieder rauf. „Damals hatten wir ja nichts“, und so konnte auch keiner das Internet oder Telefon vermissen. Ich glaube, auf so einer schönen Bootstour braucht selbst ein Netzjunkie wie ich keine Onlineverbindung. Revier-Charter und Eure Tour werde ich mir definitiv mal ansehen!

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