Åke Edwardson sagt „Keep On Writing!“

20150920_215545Er ist einer der ganz großen Krimiautoren. Sein Held Erik Winter ermittelt in düstersten Mordfällen und abgefahrensten Gegenden. Der schwedische Autor hat es wieder getan. Sein neuestes Werk „Marconipark“ ist nun endlich auch hierzulande erhältlich.

Bei einer Lesung in der Rohrmeisterei Schwerte sprach Åke Edwardson jetzt über seine neuesten Morde und Verwicklungen. Es geht um Rache, um Erinnerungen aus der Kindheit, die eigentlich besser für immer verborgen bleiben sollten. Und dann spricht er über das Schreiben selbst. Wie sich seine Werke entwickeln. Er erzählt, dass er vor dem Schreiben oft wochenlang mit dem Fahrrad unterwegs ist und Ideen spinnt. „Das Buch weiß immer mehr als der Schreiber“ sagt er. Am Anfang stehen für ihn zwei Seiten, auf denen er den roten Faden spinnt. Und das Ende muss er auch im Kopf haben, bevor er tatsächlich in die Tasten haut. Alles andere ergibt sich beim Schreiben. Die Figuren, so sagt er, drängen sich manchmal regelrecht ins Buch, ohne, dass er es eigentlich möchte. „Just start writing“, gibt er den Menschen im gut gefüllten Saal mit. Er liebt es, düstere Szenen mit schönen Worten zu beschreiben, zu irritieren, zu schockieren und die Leser trotzdem immer wieder mit tiefschwarzem Humor zum Lachen zu bringen. „Er spürte, wie sich die Haarbüschel auf seinem kahlen Kopf aufstellten“, heißt es in seinem Buch. Als Heikko Deutschmann die Szene für ihn vorträgt, streicht Edwardson sich mit einem feinen Lächeln im Gesicht schmunzelnd über die Glatze.

20150920_204119Sätze wie „Er hatte Charme, wie alle Psychopathen“, sagt er über eine seiner Figuren. Und genauso wie er schreibt, kommt er auch rüber. Berichtet von seinem Rundgang durch Schwerte, halbtoten, an ihm vorbeihechelnden Joggern und einem Flammkuchen, den er mit Wespen geteilt hat. Die hat er „Ingrid und Arnold“ getauft und gemeinsam mit ihnen den Nachmittag verbracht. Ich kaufe das Buch und lasse es mir signieren, obwohl ich sowas eigentlich sonst nicht tue. Ich selbst habe eine Idee für einen Krimi im Kopf und schon ein paar Notizen runtergeschrieben. Dieser Abend inspiriert mich sehr. Endlich macht sich wieder das Gefühl breit, endlich losschreiben zu wollen. „Keep On Writing“ textet Åke dann auch noch in mein Buch und sagt, es sei wichtig, den Lesern nicht alles zu erklären. „Wenn sie dein Buch nicht kapieren, ist es ihr Problem“, sagt er und wünscht mir viel Glück… okay, verstanden. Ich fange dann endlich mal richtig an!

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