Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys in der Essener Lichtburg

Tukur

Tukur

Es gibt solche Momente, die völlig unvorhergesehen und überraschend daherkommen. So oder so ähnlich war es am vergangenen Sonntag. Eigentlich nicht meine Musik, eigentlich war ich auch müde und ein wenig genervt. Eigentlich. Und dann kam alles anders. Einige Wochen war ich damit beschäftigt, die Veranstaltungen von Ulrich Tukur und seinen Rhythmus Boys im Duisburger Theater am Marientor und in der wunderbaren Lichtburg in Essen zu promoten. Nun wollte ich mir die Show selbstverständlich auch anschauen. Und ja, es sind diese Momente, in denen ich in ein Theater komme und weiß, dass ich diese Arbeit niemals, wirklich niemals missen möchte.

Aber zurück zu Ulrich Tukur & den Rhythmus Boys. Natürlich hatte ich mich im Vorfeld intensiv mit dem Thema befasst, Presseartikel gelesen, TV-Interviews angeschaut und bei YouTube auch diesen Trailer gefunden:

Ganz nett, ja, ganz witzig. Aber nicht so ganz richtig mein Ding. Dachte ich. Und dann war es ein dermaßen kurzweiliger, witziger und amüsanter Abend mit einer tollen Show, grandiosen Musikern, schönen Songs aus den 20er und 30er Jahren – u.a. von Cole Porter und Irving Berlin – und einem brillianten Ulrich Tukur, dass ich noch heute davon schwärme. Letzterer, also Ulrich Tukur, war mir zwar aus diversen Filmen bekannt, und auch sein letzter Tatort gefiel mir außerordentlich gut, weil er so skurril war, aber Schauspieler, die Musik machen, machen mich immer erstmal skeptisch. Bei Tukur ist es anders. Denn musiziert hat er schon lange, bevor er die Bretter und Leinwände der Welt eroberte. Und mit den Rhythmus Boys ist er auch schon eine halbe Ewigkeit unterwegs. Seit 20 Jahren touren und spielen sie zusammen – immer dann, wenn Zeit zwischen den ganzen Dreharbeiten bleibt. Die Chemie stimmt, auch nach so langer Zeit noch. Die haben richtig Spaß. Das spürt man.

„Hilf Mahl!“ hilft Obdachlosen

Später dann erzählt Ulrich Tukur noch von seiner Unterstützung für das Projekt „Hilf Mahl!“, bei dem Menschen in bestimmten Hamburger Restaurants ihrer Rechnung einfach einen Euro hinzufügen, der dann für Obdachlosenprojekte gespendet wird. Zwei Tage nach dem Konzert in Essen spielten Tukur & Die Rhythmus Boys dazu ein Benefiz-Konzert im St. Pauli Theater. In München wurde die „Hilf Mahl!“ Idee aufgegriffen. Warum gibt es das eigentlich noch nicht in NRW?, frage ich mich und überlege kurz, ob und mit wem das eventuell möglich wäre. Sicher, ich habe gerade richtig viel zu tun, aber das behalte ich mal im Hinterkopf.

Und überhaupt hat mich dieser ganze Abend musikalisch und menschlich tief beeindruckt, durch einige Gespräche aber auch durchaus sehr nachdenklich werden lassen. Ja, darauf beiße ich irgendwie auch eine Woche später noch heftigst herum.

Und deshalb schließe ich diesen Beitrag mit ein paar Zeilen, die Ulrich Tukur 2009 auf der Beerdigung von Peter Zadek gesungen hat…

„Wie mit dem Winde die Wolken zerfliegen, so geht das Leben dahin und verrinnt. Was ist am Ende von allem geblieben: Nichts, keine Hoffnung, keine Sehnsucht, kein Lieben. Nur der Wind, nur der wehende Wind.“ – Hans Albers

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.