Drei Tage voller feinster Musik – #wbw16

_1110323Warum ist dieses tolle Festival bisher komplett an mir vorbeigerauscht? Ich weiß es nicht. Fakt ist jedoch, dass ich es ab sofort nicht mehr verpassen werde. Denn wer das WayBackWhen – #wbw16 – einmal besucht hat, wird es garantiert wieder besuchen. Warum? Fantastische Musiker, entspannte Menschen, gechillte Atmosphäre und ganz viele verschiedene, geniale Klänge.

„Festival for Music Lovers“ heißt es da im Zusatz auf den runden Aufklebern, die im FZW kostenlos verteilt werden. Aber zurück auf Anfang. Als ich mir am Donnerstag mein Bändchen im FZW abhole, weiß ich noch gar nicht, welche und wie viele Bands ich mir an diesem Wochenende anschauen werde.

Schon beim Reeperbahnfestival war ich begeistert von Gundelach und stelle – wie in den nächsten Tagen noch häufiger – immer wieder fest, dass Norweger gute Musik machen. Zumindest aber solche, die meinen Ohren extremst schmeichelt. Bei Otherkin drängeln sich dann die Menschen im Club. Und es gibt das erste Mal einen Einlassstopp. Zu Recht. Feiner Garagenrock, der sofort in den Bann zieht.

Reeperbahnfestival in Dortmund… oder so…

Auch Alex Vargas habe ich in Hamburg schon gesehen. Zwischedurch muss ich grinsen, denn kaum eine Woche her, darf ich nun wieder viele der tollen Bands hören und sehen. Für Alex Vargas allerdings wäre die große Halle sicherlich die bessere Wahl gewesen. Denn schon nach kurzer Zeit geht auch hier gar ncihts mehr. Der Songwriter und Produzent gibt alles, präsentier_1110466t seinen Sound, der irgendwie zwischen Electro und Soul hängt, voller Hingabe und wird dafür frenetisch bejubelt.

So, zurück in die große Halle. Denn dort warten die Herren von Tocotronic. Zu denen muss man eigentlich gar nicht mehr viel sagen. Seit über 20 Jahren nun begeistern sie inzwischen längst nicht mehr nur eingefleischte Fangemeinden, haben Kult-Status erreicht und stellen an diesem Abend wieder mal unter Beweis, warum.

Herrlich. Sich einfach so durch das abwechslungsreiche und immer wieder überraschende Programm treiben zu lassen und hier und da hineinzuhören, weiterzuziehen oder zu verharren.

Zwischen #tedxMS und #wbw16 hin- und hergerissen

Am Freitag bin ich dann mal wieder in einem Termin-Dilemma. Eigentlich hatte ich mich auf TedXMünster im Schloss mit vielen spannenden Referenten sehr gefreut. Als ich dann nach 2 1/2 Stunden inkusive Vollsperrung einer Autobahn ankomme, bin ich schon leicht genervt. Habe außerdem im Hinterkopf, dass ich ja eigentlich We Are Scientists um 19.30 Uhr im FZW sehen möchte. Egal, zwei Sessions müssten so eben passen. Die erste Runde kann mich dann aber leider nur zwei Mal kurz bewegen. Zum einen ist es Abdul Rahman Alashraf, der Menschen in Kriegsgebieten durch ein Tool helfen möchte, auch ohne funktionierendes Netz zu kommunizieren. Und zum anderen ist es Beranger Gras, ein junger Franzose, der seine Musik für gewöhnlich eher auf den Straßen und in den U-Bahnhöfen Berlins zum Besten gibt. Mit schönen Popsongs – nein, das war bei aller Liebe kein Grunge, liebes TedxMS-Twitter-Team – sorgt er für feine Momente in den edlen Räumlichkeiten. Leider wird schon die erste Sessionrunde eine halbe Stunde überzogen, sodass sich von Beginn an alles nach hinten schiebt.

Kaffee und Kunst

Bei leckerem Kaffee und Schokokuchen unterhalte ich mich dann zufällig mit der Mutter von Florian Dohmann, der Teil eines Kunstprojekts ist, das sich YQP nennt und nach Münster kommt, um unter anderem ein Programm vorzustellen, das Roman Lipskis Art zu malen in den Rechner umsetzt und dies nach dem Zufallsprinzip zu weiteren Kunstwerken verbreitet. Nur leider ist dies der allerletzte Slot des Tages, den ich verpasse. Aber ich finde das Thema superspannend und finde, es würde perfekt ins Dortmunder U passen.

Ok, auch der zweite Session-Teil wird länger als gedacht. Ich fahre zurück nach Dortmund, um pünktlich wieder zurück zu sein. An diesem Abend genieße ich die feine Musik von We Are Scientists, Isolation Berlin und den Augustines. Die werden in naher Zukunft getrennte Wege gehen, was eine wirklich traurige Entscheidung ist. Eine weise hingegen ist meine, nicht in Münster zu bleiben – zumindest aus musikalischer Sicht gesehen 😉 Zwischendurch bekomme ich mit, dass der Coolibri kurzerhand den eigenen Hashtag #achendlichwieder einführt und schließe mich dem an.

Kakkmaddafakka und rebellierende Boxer

Am nächsten Tag bin ich ab 19 Uhr dabei. Los geht es im domicil mit Ten Fé, einem Duo aus London, das Indie und Electronic zu einer tollen Mischung zusammenfügt. Zurück ins FZW zu The Boxer Rebellion. Ich gebe zu, dass ich sie vor dem Reeperbahnfestival nicht auf dem Schirm hatte, sich dies aber nun nachhaltig geändert hat. Die Stimme von Nathan Nicholson passt hervorragend zu dem grandiosen Sound. Wer sie nicht kennt, sollte sie unbedingt kennenlernen. Weiter geht’s im Club mit Wintersleep. Die kanadischen Indie-Rocker liefern gut ab, können mich aber direkt nach The Boxer Rebellion nicht wirklich mitreißen. In der Pause erstehe ich übrigens schnell noch die Boxer-CD „Ocean by Ocean“, die seitdem recht häufig läuft. Den krönenden Abschluss bilden die lustigen Norweger von Kakkmaddafakka. Herrlich, wie sie sich selbst nicht so ernst nehmen, richtig gute Musik machen und vor allem den Spaß, den sie auf der Bühne haben, von Beginn an ins Publikum übertragen.

#kakkmaddafakka #lustigenorweger #wbw16 #achendlichwieder

Ein von Ruhrpottagentin (@ruhrpottagentin) gepostetes Video am

Danke, liebes #wbw16. Das waren drei fantastische Tage. Und im nächsten Jahr halte ich mir den Termin dann auch mal komplett frei und schaffe es vielleicht auch in die dritte Location, die Pauluskirche. Eine Befürchtung habe ich allerdings. Vermutlich werde ich nach zwei Wochen voller Konzerte und fantastischer Auftritte am nächsten Wochenende ordentlich Musik-Entzugserscheinungen haben 😉

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