Fotografen, Frauen, Fische – Kunst im NRW-Forum

NRW-Forum Lindbergh

Aufgeregtes Murmeln im NRW-Forum in Düsseldorf. Kommt er pünktlich oder schafft er es nicht? Die Rede ist von einem Weltstar der Fotografie. Peter Lindbergh gab alles, machte sich mit dem Auto auf den Weg von Paris an den Rhein, um den Journalisten bei der Pressekonferenz zur Ausstellungseröffnung “Women on Street” Rede und Antwort zu stehen. Ich habe nach zwei Stunden des Wartens aufgegeben, mir lieber die fantastischen Bilder in Ruhe angeschaut und am Abend zum offiziellen Opening erneut den Weg ins Museum gewählt.

Mode trifft Street Photography. Unter dem Titel “Women on Street” gibt es bis zum 30. April 2017 eine Weltpremiere. Werke von Peter Lindbergh und dem 1984 verstorbenen Garry Winogrand sind zum ersten Mal in einer gemeinsamen Ausstellung zu sehen, die seltenen Farbfotografien Winogrands aus den 50ern und 60ern gar erstmals öffentlich bestaunbar. 85 Schwarz-Weiß-Arbeiten und die seltenen Farbarbeiten aus den Jahren 1958 bis 1964 mischen sich mit 44 Fotografien Lindberghs, die abie Modeshootings auf der Straße entstanden. Kuratiert wurde diese beeindruckende Ausstellung von Ralph Goertz. Er selbst ist an diesem Tag selbstverständlich auch vor Ort. Die Chemie zwischen ihm und Lindbergh stimmt, das ist am Abend sofort spürbar.

“Niemals die Kontrolle verlieren”

In einem kleinen Heftchen, dass an Besucher und Pressevertreter verteilt wird, gibt es dann sogar noch ein paar gesammelte Tipps von Winogrand. “Seht euch Fotos in Galerien und Ausstellungen an, damit ihr wisst, wie gute Fotos aussehen”, heißt es da. Und weiter “Niemals die Kontrolle über den Ausschnitt verlieren. Ich schieße niemals, ohne durch den Sucher zu schauen!”.

Doch diese Ausstellung ist nicht die einzige, die als Auftakt zum Düsseldorf Photo Weekend 2017 ihre Pforten öffnet. Unter dem Titel “The Fun Archive” gibt es die erste große Retrospektive des französischen Künstlers Thomas Mailaender in Deutschland. Er sammelt Schnipsel der Netzkultur – Videos, Fotos, Memes, etc. – und verarbeitet sie gemeinsam mit Trash-Gegenständen zu Kunstwerken. Besonders skurril ist sein kleines “Fish Museum”, das er in Düsseldorf aufgebaut hat. Aquarien, in denen diverse Wasserbewohner Kunst umschwimmen. Hat Kunst etwa einen Einfluss auf das Verhalten der Fische?!?

Für seine Serie “Illustrated People” hat er Original-Negative aus der Sammlung des Archive of Modern Conflict auf die Haut von Menschen aufgebracht und diese mit einer UV-Lampe so lange bestrahlt, bis ein Positiv-Bild auf den Körpern der Modelle erscheint. Übrigens, er sagt, die “bestrahlten” Menschen seien größtenteils Freunde gewesen. Offenbar gute, wenn sie sich für ihn die Haut verbrennen lassen…

Extrem lange Wartezeit

Am Abend dann schlängelt sich schon Stunden vor der offiziellen Eröffnung eine riesige Menschenschlange über das Gelände vor dem NRW-Forum. Frei nach dem Motto, wer zuerst kommt, kommt vielleicht noch rein, haben die Veranstalter das Event im Netz angekündigt. Natürlich passt nur eine begrenzte Zahl in die Räumlichkeiten, sodass viele erstmal draußen bleiben müssen. Erst nach der Begrüßungsrede passt wieder ein Schwung hinein. Als ich nach ca. 2 Stunden das Gebäude verlasse, stehen immer noch sehr viele Menschen vor der Tür, teils ärgerlich und ziemlich fröstelnd. An der Organisation könnte durchaus noch ein klein wenig gefeilt werden…

 

 

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