When Angels Rock in Gin Lovers Paradise… #ProWein2017

#ProWein2017

„Aus dunklem Wein und tausend Rosen rinnt die Stunde rauschend in den Traum der Nacht“, schrieb einst Rainer Maria Rilke. „Ich trinke nichts stärkeres als Gin vor dem Frühstück“, sagte W.C. Fields. Ich hingegen mag sowohl guten Wein als auch Gin und liebe das Motto: „Wenn das Leben dir Zitronen gibt, macht einen Gin Tonic daraus!“ Gerade läuft die 24. Ausgabe der „ProWein“ in der Düsseldorfer Messe. Über 6.500 Aussteller aus 60 Nationen präsentieren dort ihre Weine, Spirituosen und weitere Spezialitäten. Ich bin in diesem Jahr das erste Mal dabei. Als Social Media Marketing Spezialistin für das Weinblatt Dortmund.

Schon morgens vor 10 Uhr strömt das Fachpublikum in Richtung des Messehallenkomplexes, um sich die neuesten Köstlichkeiten zeigen zu lassen. Weinhändler, Exporteure, Importeure, Winzer und viele mehr. Längst geht es hier nicht mehr nur um Wein, sondern auch um hochprozentigere Flüssigkeiten. Doch zunächst zu Ersteren. Denn hier zeichnet sich 2017 ein deutlicher Trend ab. Natural Wine und Orange Wine sind zwei der Hype-Themen in diesem Jahr. Ja, richtig, neben Weiß, Rot und Rosé gibt es neuerdings eine weitere Weinfarbe: Orange.

Wein mit Charakter!

Dahinter verbergen sich meist eher herb bis bitter schmeckende Weine, die naturnah fabriziert und radikal biologisch gekeltert wurden. In den angesagten Bars in Berlin sind die Tröpfchen, die eine extrem lange Maischestandzeit hinter sich haben, bereits schwer gefragt. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis auch der Rest des Landes darauf abfahren wird. „An diesen Weinen spalten sich die Geister“, sagt Weinblatt-Chef Ralf Bartel. Und ich teste den Orange Craft von der Winzergenossenschaft Weinbiet, der mir mit den Worten „Wir mögen ja auch Menschen mit Charakter“ vorgestellt wird. Ich kann bestätigen: Ich mag auch diesen speziellen Wein mit Charakter!

Champagner, Baby!

Ein kleines Highlight ist auch die Champagne Lounge mit 40 Ausstellern. Hier ist dann auch gleich der Bodenbelag etwas edler in Beige gehalten, obwohl er schon am Abend des ersten Messetages leichte Gebrauchsspuren aufweist und nicht mehr ganz so fein aussieht. Riesige Eiskübel, ausgefallene Flaschen, unterschiedlichste Geschmacksrichtungen. Aber immer dieses feine Prickeln auf der Zunge, das eben nur Champagner kann.

Oh, und dann ist da noch das tolle Bioweingut Lorenz, das ich hier auf jeden Fall noch kurz erwähnen muss. 250 Jahre Tradition und wunderbare Weine mit so schönen Namen wie „Unser täglich Rot“ oder „Kopfstand“ stehen ganz oben auf meiner Topliste an diesem Tag.

Ich halte mich an den Rat „immer nur einen Schluck probieren und den Rest wegkippen“. Trotzdem ist es gar nicht so einfach, hier zumindest so nüchtern zu bleiben, dass die Social Media Beiträge noch ordentlich formuliert werden können. Und hier herrschen eh schon erschwerte Bedingungen, da das Netz in den Hallen, sagen wir mal „grottig“ ist und deshalb die Hashtags für diesen Tag – #prowein2017, #weinblatt, #tasteandpost – nicht so oft über die Netzwerke gehen wie eigentlich geplant.

Pausen müssen sein

Diverse Kaffee- und Essenspausen sind hier dringend anzuraten und erforderlich, wenn man einen ganzen Tag durchhalten möchte. Ziemlich verführerisch ist übrigens auch die „fizz Lounge“, in der die Szene Bartender Tom Weinberger, Stephan Hinz, Moritz Niederstrasser und Lukas Motejzik ihre Lieblingscocktails mixen. Ich entscheide mich für „The-C“ von Stephan Hinz – bestehend aus Kentucky Straight Bourbon Whiskey, Wermut, Grapeessenz, Safran Orange Cordial und Spiced „K“ Schaum. Ich gebe zu, hier nehme ich zwei Schlucke statt einen… okay, drei.

Gin Lovers Paradise

Natürlich kann ich als heimlicher Gin-Fan auch nicht umhin, hier und da ein paar Tröpfchen von dem feinen Stöffchen zu kosten. Da wäre zum Beispiel der Generous Gin, bei dem mich – zugegebenermaßen – die Flasche zuerst anzieht, dann der 5 Continents Dry Gin aus Hamburg und der Aged Gin von Albfink, um mal ein paar zu nennen. Abgefahren ist The Chili Gin mit dem schönen Namen „Blackforest Punk Gin Sin“, der einem ordentlich die Tränen in die Augen jagt und trotzdem fein ist.

Aber es muss ja nicht immer Alkohol sein. Für mich ist die Basilikum-Limonade „Balis“ mit einem Hauch Limette und Ingwer der Messe-Hammer. http://www.balis-drinks.com/. Die wird in diesem Sommer garantiert sehr häufig auf dem Balkon konsumiert.

Engel müssen rocken

Nochmal kurz zurück zu den Weinen. Hier lasse ich mich wieder mal vom „Outfit“ leiten und lande bei den Rosé-Weinen von Chateau D’Esclans. Irgendwie klar, dass ich mit der Sorte „Whispering Angel“ nicht so viel anfangen kann wie mit der charakterstärkeren „Rock Angel“…

Kurz darauf gibt es noch ein kleines, exklusives Rum-Tasting bei Ferrand für uns. Die Zeit, in der Rum nur in den Kuchen kam, ist längst vorbei. Wir testen uns durch vier Rum-Sorten der Plantation-Serie . Zuerst mag ich die Trinidad-Edition am liebsten, weil sie so sanft vanillig daherkommt, dann jedoch bleibe ich bei der Pineapple-Edition hängen, die tatsächlich ganz fein nach Ananas schmeckt und mein Rum-Favorit wird an diesem Tag.

Und sonst? Ja, richtig. Ich bleibe noch bei einem Schweizer hängen. Der hat einen feinen Cream-Likör auf Chai-Tee-Basis mit dem schönen Namen Lilah kreiert.  Mit Ingwer, Kardamom, Zimt, Fenchelsamen, Vanille, Gewürznelke, Schwarztee und Rooibos. In der Schweiz wird dieser auch schon als Pralinenfüllung verwendet und ist sehr bekannt. Hier wird er dies hoffentlich auch bald, denn er schmeckt bei weitem nicht so wie alle üblichen Cream-Liköre, sondern hat wirklich Suchtpotenzial. Dazu gibt es auch gleich noch ein Rezeptheftchen, aus dem ich bestimmt mal etwas ausprobieren werde. Ob es ein Dessert, ein Cocktail oder ein Kuchen sein wird, bleibt noch mein Geheimnis…

Nach der #ProWein2017 ist vor der #ProWein2018

Die Aufgabe, mit der ich mich auf den Weg zur #ProWein2017 machte, war, die Messe aus Sicht der Konsumenten zu betrachten und aus deren Sicht darüber zu berichten. Dieser bin ich gemeinsam mit Beatrix Gutmann sehr gern nachgekommen. Und so viel sei schon mal verraten: Wir haben viele, feine Schlückchen getestet und diese als Empfehlung ans Weinblatt weitergegeben. Ich bin mir sicher, die ein oder andere uns dann schon bekannt Flasche wird demnächst dort zu kaufen sein.

Übrigens, sind wir weder schwankend noch lallend aus der Messe spaziert, sondern gut gelaunt und voller neuer Ideen für viele feine Cocktail- oder Weinabende im Sommer 2017. #Prowein2018, ich freue mich jetzt schon auf dich!

 

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