Faire Metropole Ruhr – der Ruhrpott als Vorbild

Faire Metropole Ruhr

Kennt ihr die “Faire Metropole Ruhr”? Ein “Nein” ist an dieser Stelle kein Problem, denn so ging es mir bis vor ein paar Tagen auch noch. Da gibt es mitten im Ruhrpott einen tollen Verein und ein grandioses Projekt, und es ist bisher komplett an mir vorbeigegangen. Das hat sich nun schlagartig geändert.

Dank einer Empfehlung meiner lieben Journalisten-Kollegin Isabell Reiff unterstütze ich die “Faire Metropole Ruhr” nun ein wenig frei bei der Pressearbeit und durfte am Samstag gleich zur ersten, äußerst spannenden Veranstaltung gehen. Aber kurz von vorn. Was ist eigentlich das “Netzwerk Faire Metropole Ruhr”? Das Netzwerk Faire Metropole Ruhr hat mit seiner kontinuierlichen Arbeit seit 2008 ein Alleinstellungsmerkmal im Ruhrgebiet geschaffen und wurde 2013 als erste Großregion Deutschlands und erster Städteverband weltweit als „Faire Metropolregion“ ausgezeichnet und 2015 rezertifiziert. Dazu trugen kreative Initiativen wie die Magna Charta Ruhr gegen ausbeuterische Kinderarbeit oder FaireKITA bei. Darüber hinaus existieren erfolgreiche regionale Projekte wie zum Beispiel die „Pottkaffee-Kampagne“ oder das Bildungsprojekt KaffeeGartenRuhr, die während der Tagung präsentiert wurden.

Voneinander lernen

„Die Faire Metropole Ruhr ist für mich eine Art Werbeblock für das Ruhrgebiet. Umso mehr Menschen wir mit der Idee des fairen Handels erreichen, umso besser“, sagt Vera Dwors vom Vorstand des Faire Metropole Ruhr e.V..  Rund 40 Teilnehmer*innen aus NRW und sieben weiteren Bundesländern folgten der Einladung in die Mülheimer Wolfsburg zur Tagung „Faire (Metropol-) Regionen in Deutschland“.

Auf dem Programm stand nicht nur eine interessante Diskussion über die unterschiedlichen Herausforderungen in den einzelnen Regionen, sondern auch interessante Arbeitsgruppen.  „Globale Nachhaltigkeit kann nicht durch egozentrisches Verhalten einzelner Menschen entstehen, sondern  nur durch konstruktive, überregionale Vernetzung“, so Michael Marwede von „Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der einen Welt“, einem der Kooperationspartner des Events. Er zeigte sich begeistert:  „Ich bekomme auf einen Schlag zahlreiche Kommunen ins Boot und habe den Eindruck, dass alle hier offen reden und viel voneinander lernen können!“

FaireKita und Öffentlichkeitsarbeit

So berichtete zum Beispiel Gisela Stang, Bürgermeisterin im hessischen Hofheim a.T., über die Initiative „Rhein.Main.Fair.“:  „Wir sind beeindruckt vom Ruhrpott, weil hier eine gemeinsame Identifikation mit der Region existiert. Für uns war es anfangs schwierig, alle Akteure unter einen Hut zu bringen, weil diese keine gemeinsame Historie verbindet.  Aber diese Veranstaltung macht Mut und wir sind euphorisch, mit dem Thema Fair Trade nun alle ansprechen zu können und stolz darauf, schon diverse Hürden überwunden zu haben!“  Fleurence Laroppe erzählte über die grenzübergreifenden Verein Quattro Pole inv Saarbrücken und davon, wie internationale Strukturen genutzt werden können, um den fairen Handel zu pushen.

Wie funktioniert fairer Handel in unterschiedlichen Regionen? Welche Zielgruppen kann ich wie erreichen? Wie läuft das Projekt „FaireKita“? Diese und viele weitere Fragen diskutierten zivilgesellschaftliche Akteure und Mitarbeitende öffentlicher Verwaltungen.  Vor allem auch der Vortrag von Kristina Klecko und Magdalena Moschek vom zweiten Kooperationspartner, Fairtrade Deutschland, kam gut an. Hier ging es um Öffentlichkeitsarbeit im digitalen Zeitalter und die richtige Vorgehensweise , um die gewünschten Menschen zu erreichen.

Synergien bündeln und gemeinsam Verantwortung übernehmen

Für Angela Schmitz, Projektreferentin von Faire Metropole Ruhr e.V. und Tagungsleiterin, ist es wichtig, mit einer solchen Veranstaltung Raum zu bieten, über den Tellerrand der eigenen Region hinauszublicken und Synergien zu bündeln:  „Regionale Netzwerke bieten noch einmal andere Möglichkeiten, mit kreativem Potential verschiedenste Akteure zusammenzubringen, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und so für den Fairen Handel in einen größeren Raum wirken zu können“.

Und was würden sich die Beteiligten für die Zukunft wünschen? Vera Dwors jedenfalls fände es nicht nur großartig, wenn unter den Schildern mit der Aufschrift „Route der Industriekultur“ zukünftig auch „Faire Metropole Ruhr“ stünde, sondern ist auch sehr angetan  von der Idee, aus der Nacht der Industriekultur irgendwann eine „Faire ExtraSchicht“ zu machen, die ganz viel Strahlkraft hat und die Idee des Fairen Handels noch viel stärker in den Köpfen der Region verankern könnte.

Die Veranstaltung fand statt im Rahmen des Projekts „Gemeinsam kommunales Engagement für den Fairen Handel im Ruhrgebiet stärken“. Ich freue mich schon auf viele, weitere spannende Events.

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