PottPlausch

Blogparade

Vor anderthalb Jahren machte ich mich ziemlich kurzentschlossen auf den Weg in das kleine Örtchen Saint-Léon-sur-Vézère in der Dordogne, um dort an einem Kurs teilzunehmen. Wie so oft bei meinen letzten Reisen, verzichtete ich auf ein Hotelzimmer und suchte zunächst über Airbnb nach einer schönen Unterkunft. Enttäuscht wurde ich dabei übrigens noch nie, sondern immer positiv überrascht. Was mich allerdings in Frankreich erwartete, übertraf tatsächlich all meine Erwartungen. Geschafft von einer langen Fahr kam ich an, öffnete vorsichtig das leicht quietschende Holztor und blickte auf einen riesigen Garten. Schon kam mir Hélène, meine Gastgeberin, mit einem strahlenden Lächeln entgegen. Mein Französisch ist echt mies. Sie spricht kein deutsches Wort. Aber wo ein Wille, da ein Weg. Ich bröckelte ihr ein paar meiner Worte vor, den Rest regelten wir mittels Google-Übersetzer. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass das manchmal ziemlich lustig war.

Meine Unterkunft bestand aus einer kleinen Holzhütte mit wunderschönem, weitem Blick in die Berge. Auf der Terrasse ein Liegestuhl und ein Tisch, wo ich so manchen Abend mit einem Gläschen Wein, den Sonnenuntergang betrachtend, verbrachte. Innen ein bequemes Bett, ein mit selbstgemachter Marmelade und Aufstrichen gefüllter Kühlschrank, eine Kaffeemaschine und alles, was ich für meinen Aufenthalt benötigte. Sogar super funktionierendes WLAN, obwohl der Ort wirklich etwas abgelegen ist. Übrigens alles ökologisch und nachhaltig. Sogar ein Zecken-Entfernungsset hatte Hélène dort deponiert, da es in dieser Gegend Frankreichs manchmal Ärger mit den kleinen Tierchen gibt. Ich fühlte mich dort so wohl, dass ich sogar eine weitere Unterkunft, in die ich nach einer Woche reisen wollte, cancelte. Ich wollte lieber in meinem kleinen Paradies mit Hängematte, Teich ganz vielen Blumen und Gemüse bleiben. Davon durfte ich übrigens pflücken und essen, so viel ich wollte. An manchen Abenden half ich meiner lieben Gastgeberin, die im Haus nebenan wohnt, den Garten zu wässern, ab und an plauderten wir weiter über Google und sie gab mir wertvolle Tipps für die Umgebung. Ja, das hat tatsächlich funktioniert. Genau das ist es übrigens auch, was ich oft so nett finde, wenn ich ein Airbnb-Zimmer buche. Der Kontakt zu den Menschen, die in dem jeweiligen Ort leben und doch nochmal andere Informationen und Empfehlungen haben als Hoteliers. So habe ich auch schon erlebt, dass mir ein Vermieter kurzerhand sein eigenes Fahrrad für drei Tage geliehen hat oder mir aus Dusseligkeit vergessene Ohringe hinterhergeschickt hat.

Tolle Blogparaden-Idee

So verbrachte ich in dem kleinen französischen Örtchen einen der schönsten Urlaube überhaupt. Zum Abschied schenkten Hélène und ich uns schließlich gegenseitig noch eine Kleinigkeit, weil die Zeit trotz der Sprachbarriere einfach wunderbar war. Ich habe ihre Lavendelzweige heil bis nach Deutschland transportiert und denke jedes Mal an mein kleines Paradies, wenn ich sie sehe.

Wer diesen ganz besonderen Ort besuchen möchte, findet hier weitere Details. Und wenn jemand von euch hinfährt, würde ich mich nicht nur freuen, wenn ihr Hélène lieb von mir grüßt, sondern bin natürlich auch sehr gespannt auf euren Bericht.

Warum ich das hier nach so langer Zeit schreibe? Weil meinen liebe Journalisten-Kollegin Bettina Blass zu einer Blogparade zum Thema „Welche Zimmer sind Euch im Gedächtnis geblieben?“ aufgerufen hat. Diesem Ruf folge ich mit diesem Artikel gern und hoffe, den ein oder anderen von Airbnb zu überzeugen. Übrigens haben sie mir neulich auch sehr, sehr freundlich weitergeholfen, als sich ein Gastgeber erst sehr spät gemeldet hat. Der Support klappt über Twitter und über den normalen Airbnb-Weg hervorragend.

Übrigens, wen meine gesamten Erlebnisse der damaligen Reise interessieren, der darf gern auch meinen Artikel von damals lesen.

So, und jetzt schnuppere ich mal kurz am Lavendel, gieße mir ein Gläschen Cidre ein und schwelge ein bisschen in Erinnerungen.

A bientôt, mes amis 🙂

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