PottPlausch: Wassergedanken

PottPlaussch_Wasser

Sagen wir mal so. Ich bin, was kaltes Wasser angeht, gerade etwas dünnhäutig. Das liegt daran, dass meine Gastherme und damit nicht nur die Heizung, sondern auch das warme Wasser innerhalb der letzten 2 Monate genau 3 Mal ausgefallen ist. Einen Tag vor Silvester, ein anderes Mal an einem Freitagnachmittag und an einem Samstagmorgen. Perfektes Timing also. Behelfsöfchen und mit dem Wasserkocher erwärmtes Wasser sind also quasi zu meinen ständigen Begleitern geworden. Momentan läuft alles, aber nicht lange, denn niemand weiß, warum dieses Überhitzungsdings dafür gesorgt hat, dass die Therme sich aus- und nicht wieder anschaltet. Dass jemand vom Kundendienst der Firma Buderus, die auch Sieger-Heizungen mitwarten, da war, ist nun auch schon wieder zwei Wochen her. Der hatte sich mit dem Hinweis verabschiedet, dass sich das dringend mal jemand in Ruhe anschauen sollte, er aber vom Notdienst, also für sowas nicht zuständig sei. Bis er da war, war es ein unglaubliches Hinterhertelefonieren, zig Mal das gleiche Anliegen formulieren usw. Da aber nun die Heizungsfirma den Bericht von Buderus benötigt, die aber behaupten, es sei nie jemand bei mir gewesen, um meine Heizung wieder zum Laufen zu bringen, gibt es auch keinen Bericht. Was soll ich sagen. Es könnte natürlich sein, dass ich mir alles nur eingebildet habe und Menschen sehe, wo keine sind. Lange Rede, kurzer Sinn. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder voll eingeschäumt unter der Dusche stehe, ein rotes Lämpchen leuchtet, nichts mehr geht, ich fluchend Freunde oder Schwimmbäder aufsuche und mich so über die Zeit rette… was soll ich sagen. Ich kann nur Kopf schüttelnd hoffen, dass irgendwann doch nochmal jemand auftaucht und die Therme gründlich wartet.

Was für ein kleines, unwichtiges Problem…

Und während ich warte, bekomme ich eine WhatsApp Nachricht von einer guten Freundin, die in Port Elizabeth in Südafrika lebt. Sie schreibt, dass sie Angst hat, dass sie bald kein Wasser mehr haben wird. Stimmt, in den letzten Tagen ging das immer mal wieder durch die Medien, aber irgendwie war mir nicht klar, wie dramatisch die Lage wirklich ist. Im Netz gibt es Tipps zum Wassersparen und zur Vorbereitung auf „Day Zero“, wie der Tag so schön genannt wird, der für den 12. April vorausgesagt ist. An diesem Tag wird der Wasservorrat voraussichtlich aufgebraucht sein, sollte nicht vorher Regen kommen. Danach sieht es aber im Moment nicht aus. Sie schreibt mir, dass sie so viel Wasser wie möglich kauft und dass niemand mehr als 50 Liter Wasser pro Tag verbrauchen darf. Und, dass es für Kapstadt ein ausgeklügeltes Verteilungssystem gibt, aber nicht für kleinere Städte wie eben Port Elizabeth. Niemand weiß so richtig, was an Day Zero passieren wird, nur, dass die Lage ziemlich dramatisch aussehen könnte. Warum ich das erzähle? Weil ich mir mit meinem kleinen, blöden Heizungsproblem gerade unheimlich lächerlich vorkomme. Was ist eigentlich ein Problem, ein wirkliches, meine ich. Ab und zu ist es so wichtig, mal wieder ordentlich zurechtgeruckelt zu werden und zu merken, wie gut es uns eigentlich geht und für wie selbstverständlich wir Ressourcen wie Wasser ansehen. Zumindest kann ich das für mich sagen.

Natürlich hoffe ich weiter, dass bald jemand Erbarmen zeigt und meine Heizung nachschaut, aber ich hoffe nun sehr viel mehr auf ein kleines Wasserwunder für Südafrika und für meine Freundin.

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