#Fitnessprogramm4punkt0 meets digitalCHARM

digitalCHARM

Mit der Veranstaltungsbranche ist das so eine Sache. Entweder man liebt sie oder man hasst sie. Zumindest sagen das alle, mit denen ich je über dieses Thema gesprochen habe. Und auch mir selbst geht es so. Da gibt es diese „ungewöhnlichen“ Arbeitszeiten, oft mal einen etwas schwierigeren Künstler oder Gast und andere, viele, ziemlich stressige Situationen. Aber dem gegenüber steht eine offene und auch ehrliche  Teamarbeit mit den verschiedensten Leuten. Denn eines ist klar – an einer Veranstaltung sind so viele unterschiedliche Leute beteiligt, dass gute Zusammenarbeit unabdingbar ist, wenn alles gut laufen soll. Jeder muss sich auf jeden verlassen können, jeder muss über den Tellerrand denken. Ego-Filme oder Rumgezicke sind fehlt am Platz.

Es sind also das Miteinander und dieser Moment, auf den man monate-, manchmal sogar jahrelang hingearbeitet hat. Dieser Augenblick, in dem sich der Vorhang hebt und alle zufrieden sind. Natürlich gehen dann auch immer noch Sachen schief, aber wenn die Gäste am Ende des Tages ein Lächeln im Gesicht haben und man es geschafft hat, ein paar Menschen für ein paar Stunden glücklich zu machen, ist das etwas, was ein ganz kleines bisschen süchtig machen kann. Nichtsdestotrotz ist es ein extrem stressiges Business, in dem das Überschreiten der eigenen Grenzen keine Seltenheit ist. Und genau aus diesem Grund ist es gerade in diesem Bereich so wichtig, auf sich selbst zu achten.

Multitasking-Mythos und Digital Wellbeing

Besser OnlineEs ist schon ein paar Wochen her, da habe ich in der Leipzig School of Media als Vorsitzende des Bundesfachausschusses Online im Deutschen Journalisten-Verband den Kongress „Besser Online“ eröffnet. Organisiert haben ihn meine Kollegen und ich gemeinsam mit der Bundesgeschäftsstelle des DJV. Hier Referenten anfragen, da Absprachen treffen, Uhrzeiten vereinbaren, Themen planen, telefonieren, mailen und im ständigen digitalen Präsentismus stecken. Der erste Griff nach dem Augenaufschlag zum Handy? STOPP. Welche Mail ist wirklich so wichtig, dass sie nicht eine halbe Stunde warten kann? Was kann im schlimmsten Fall passieren und wie wahrscheinlich ist es, dass dieser Worst Case eintrifft? Mal ehrlich… Ich bin selbst begeistert von den zahlreiche digitalen Tools und Möglichkeiten, die gerade auch das Veranstaltungsbusiness in den letzten Jahren so enorm bereichern und vereinfachen. Abstimmungen über Slack, Planungen über Tools wie Trello, Video-Konferenzen, Live-Streamings und das Einbinden von Bots, um immer wiederkehrende Fragen schnell abzufedern.

Aber es gibt eben diese Momente, an denen nicht nur unsere Smartphones, sondern auch wir, mal kurz ans Ladekabel müssen. In denen wir nicht noch eben ein Interview vereinbaren, ein Bild auf der Webseite austauschen oder ein Panel umplanen können. Denn permanenter Stress verändert unser Gehirn, die Konzentration, Zielgerichtetheit und Kreativität leiden. Das besagen mittlerweile zahlreiche Studien. Der Mythos des Multitaskings hält sich zwar hartnäckig, doch kommt dieser Versuch jedes Mal einem kurzen Netzwerkwechsel gleich und frisst mehr Zeit als Dinge nacheinander abzuarbeiten. Nicht umsonst gibt es bei digitalen Riesen wie Google das Projekte wie Digital Wellbeing, auch Twitter und Co. haben die Zeichen der Zeit erkannt und Meditation und Mindfulness in den Arbeitsalltag integriert.

Das Prinzip digitalCHARM

Weil ich an mir selbst gemerkt habe, dass ich oft nur noch reagiert, fremdbestimmt gehandelt und wie im Hamsterrad in eine Richtung gerannt bin, habe ich Anfang des Jahres im Urlaub auf Bali mein Konzept digitalCHARM entwickelt. C steht für Communication, die aus meiner Sicht elementar für gelungene Verständigung ist. Offen, vertrauensvoll und klar sein sollte. H steht für Happiness, denn das ist es ja eigentlich, nachdem wir alle streben. A steht für Awareness, denn oft hetzen wir nur noch durch die Gegend, ohne uns dessen, was wir tun, wirklich bewusst zu sein. R steht für Resilience, denn Widerstandsfähigkeit gegen bzw. für den bewussten Umgang mit (digitalem) Stress ist lebenswichtig. Nicht zuletzt M für Mindfulness. Denn die Konzentration auf den Moment, das Nutzen der Lücke zwischen Reiz und Reaktion für eigene Gedanken, all das ist so entscheidend, wenn wir raus wollen aus dem Mechanismus, der uns wie Pawlows hechelnden Hund auf die nächste „Belohnung“ aus dem Netz warten lässt.

So bin ich selbst bereits seit einiger Zeit dazu übergegangen, mir jeden Morgen ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um bewusst in den Tag zu starten, mit Meditation und Yoga und einem strukturierten und priorisierten Tagesplan. Wer hier eine digitale Lösung bevorzugt, kann zum Beispiel wunderbar mit Evernote arbeiten. In dem gibt es übrigens auch eine Me Time, die mir ganz allein gehört, in der Benachrichtigungen ausgeschaltet sind und ich auch nicht ans Telefon gehe. Apps wie 7Mind, Calm oder Headspace helfen dabei, an kleine Pausen zu denken und leiten Mini-Meditationen an.

Auch ein Digital Hero braucht Pausen

Dafür ist doch aber in stressigen Phasen gar keine Zeit? Doch, gerade dann. Auch ein Digital Hero braucht eine regelmäßigen Reload. Denn diese Pausen, dieses kurze Drücken des Reset-Buttons dauern zwar ein paar Minuten, sorgen aber dafür, dass wir anschließend frischer, kreativer und auch effizienter arbeiten und so eher Zeit sparen als verplempern.

Foto: Frank Sonnenberg

Und wie lief es nun in Leipzig? Hervorragend und entspannt, trotzdem ich gesundheitlich ziemlich angeschlagen war. Die Referenten waren klasse und bestens gelaunt. Vor allem Keynotespeaker Lorenz Lorenz-Meyer und Abschlussredner Shahak Shapira haben mich begeistert. Aber auch die vielen anderen Teilnehmer in den Panels, die Workshops zu den Themen Sketchnotes, Bots und Podcasts und viele kleine Gespräche, für die zwischendurch trotz der Orga auch noch Zeit war. Viele neue Ideen, unter anderem zu den Themen NewWork, künstliche Intelligenz und Virtual Reality lassen mich in eine spannende Zukunft schauen.

#Fitnessprogramm4punkt0

Warum schreibe ich das alles? Weil es mir am Herzen liegt, ein wenig am Hamsterrad zu rütteln und Menschen Werkzeuge an die Hand zu geben für gelassenen Umgang mit Stress, eigene Zeitsouveränität und Selbststeuerung. Denn wer sein MindSet ein kleines wenig ändert, schafft beste Voraussetzungen, um fit für die digitale Transformation zu bleiben.

Dieser Artikel ist außerdem Teil der Blogparade „Fitnessprogramm4punkt0“ des German Convention Bureau anlässlich des #DigiDay18 am 5. 12. in Frankfurt. Bei der Blogparade geht es passenderweise um das mentale und digitale Workout in der heutigen Arbeitswelt.

Und weil es mit der digitalen Achtsamkeit genauso ist wie mit einer Sportart, die man neu erlernt, sind auch hier Geduld und Training gefragt. Na, wann startet ihr euer digitales Fitnessprogramm?

Wer Lust auf digitalCHARM bekommen hat, ist natürlich herzlich willkommen bei meiner Veranstaltung am 26.1. in Dortmund. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

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